MEDIEN UND RELIGION
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FLUCHTPUNTKE
RELIGION UND MIGRATION IM FILM


In den letzten Jahren wurden mehrere Filme zu Migration und Flucht bei wichtigen Festivals gezeigt und in den Medien kontrovers diskutiert. Sie bieten einen bemerkenswerten, oft verstörenden Blick auf Migration, auf Menschen, die auf der ganzen Welt vor Konflikten fliehen und nach neuen Chancen für ihr Leben suchen. Sie zeigen, wie die lokale Bevölkerung auf Flüchtlinge reagiert oder unter prekären wirtschaftlichen Bedingungen selbst zu Flüchtlingen wird. Flucht und Migration sind herausfordernde Themen für Filmschaffende. In der filmischen Darstellung der gegenwärtigen Gesellschaft werden oftmals traditionelle Genregrenzen überschritten, so dass die Unterschiede zwischen Dokumentarfilm, Spielfilm und anderen Medien neu bedacht werden müssen. Diese bewegten Bilder von Flucht und Migration hinterfragen nicht nur Genrekonventionen, Stereotypen und Werte, sondern auch wie "andere", und damit "wir", dargestellt werden.

Die zeitgenössische Darstellung des Phänomens Flucht produziert nicht nur neue Bilder von und Erkenntnisse über die aktuelle Flüchtlingskrise, sondern auch über die Art, wie wir Bilder und audio-visuelle Dokumente betrachten und uns zu ihnen verhalten. Regisseure und Produzentinnen sind sich der Flut der Bilder, denen wir begegnen, bewusst: Filmmaterial von professionellen Journalisten und Journalistinnen, von Unbekannten auf beiden Seiten des Mittelmeers, von Katastrophentouristinnen und -touristen; audio-visuelles Material in den Nachrichten, auf Youtube, in verschiedenen sozialen Medien; Pressephotos und retuschierte Bildschirmphotos unbekannter Herkunft verbreiten sich online und in der Presse. Alle diese Phänomene erheben medienethische Fragen nach Verantwortung und Rechenschaft in Bezug auf die Nutzung und Rezeption von bewegten Bildern.

Das Projekt umfasst eine Tagung und eine Veröffentlichung, die in der Reihe Religion, Film und Medien erscheinen wird.